Der Bauerngarten feiert ein Comeback

Der Bauerngarten wird inzwischen immer beliebter

Der Bauerngarten feiert ein Comeback in den letzten Jahren.

Und lieben Sie den Duft würziger Kräuter und den Geschmack von erntefrischem Gemüse oder Obst?

Haben Sie in unserer hektischen Zeit manchmal Sehnsucht nach Romantik, ländlicher Idylle und interessieren Sie sich für die Themen Nachhaltigkeit und Natürlichkeit?

Dann lohnt es sich, über einen Bauerngarten nachzudenken.

Der Bauerngarten wird immer beliebter

Umweltschutz und naturnahes Gärtnern erfreuen sich wachsenden Interesses. Die Harmonie und Schönheit dieser Gartenform gewinnt ständig an Beliebtheit. Der Ursprung des Bauerngartens liegt im Mittelalter. In jedem Kloster gab es damals einen Bauerngarten und bereits Hildegard von Bingen zog im 12. Jahrhundert Heilpflanzen, die sie sehr ausführlich beschrieb.

Auch für unsere Vorfahren, hauptsächlich im ländlichen Raum, war der Bauerngarten eine Selbstverständlichkeit. Er lieferte Obst und Gemüse sowie Kräuter und Heilpflanzen. Vielleicht stellte auch Ihre Großmutter noch eine entzündungshemmende Salbe aus der Ringelblume her.

Auf jeden Fall diente der Bauerngarten dazu, die oft großen Haushalte, in denen mehrere Generationen lebten, mit frischen Lebensmitteln zu versorgen.

Die Entwicklung des Bauerngartens

Der Bauerngarten war früher vor allem ein SelbstversorgungsgartenIm Laufe der Jahre fanden auch Pflanzen der imposanten Renaissance- und Barockgärten den Weg in den Bauerngarten. Kegelförmige Eiben und kunstvoll geschnittene Hecken aus Buchsbaum wuchsen plötzlich zwischen Kohl und Heilkräutern.

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde es modern, dass auch Blumen im Bauerngarten gepflanzt wurden. Bis dahin dominierten Kräuter und Gemüse. Mit der Zeit entwickelte sich der reine Selbstversorgergarten zu einem prächtigen Nutz-, Heil- und Ziergarten.

Legen Sie sich einen Bauerngarten an

Wenn Sie stolzer Besitzer eines persönlichen Stückchen Erde sind, werden Sie es nicht bereuen, wenn Sie sich für einen klassischen Bauerngarten entscheiden.

Zu Beginn greifen Sie zu Papier und Bleistift und schauen in alle Himmelsrichtungen. Optimal ist eine sonnige Südwestlage. Wenn möglich, planen Sie den Bauerngarten in geringer Entfernung zu Ihrer Küche. Damit sind die Wege kurz und Sie haben frisches Gemüse und duftende Kräuter beim Kochen immer in der Nähe, sozusagen griffbereit.

Die Sonnenlage ist deshalb sinnvoll, weil viele der typischen Bauerngartenpflanzen aus dem mediterranen Raum stammen. Lavendel, Salbei und Gemüsesorten, wie Tomaten oder Zucchini, lieben die Sonne und brauchen es warm.

Die Pflege des Bauerngartens

Gießen Sie nach Möglichkeit sehr zeitig am Morgen. Am besten wäre Regenwasser.

Ein Tipp: Holz ist ein natürlicher Werkstoff und harmoniert gut mit dem naturnahen Bauerngarten. Stellen Sie ein Holzfass auf und sammeln Sie damit das Regenwasser. Sie sparen damit nicht nur kostbares Trinkwasser, sondern bekommen gleichzeitig einen hübschen Hingucker.

Wenn Sie den Bauerngarten mit Bedacht bepflanzen, können Sie auf Dünger verzichten. Wenn Sie jedoch düngen möchten, dann mit Kompost oder Vulkanerde. Im Sinne der Nachhaltigkeit und damit Sie chemiefreies Gemüse ernten können, verzichten Sie bitte auf sämtliche Schädlings- und Unkrautvernichtungsmittel. Blattläuse können Sie zum Beispiel mit einem Sud aus Brennnesseln vertreiben.

Die Bepflanzung des Bauerngartens

Wählen Sie sorgfältig die Positionierung der einzelnen Pflanzen. Jede Saison sollte eine Rochade durchgeführt werden. Einzige Ausnahme ist der Schnittlauch, der kann immer an derselben Stelle wachsen.

Neben den Kräutern und Tomaten, Zwiebel, Kartoffeln, Zucchini, Möhren, Paprika gehören folgende Blumen in den Bauerngarten:

  • Sonnenblumen
  • Lupinen
  • Rittersporn
  • Löwenmäulchen
  • Dahlien
  • Gladiolen
  • Phlox
  • Bartnelken
  • Ringelblume und
  • Stockrosen

Die Blühpflanzen sind nicht nur ein bunter Aufputz, der das Auge erfreut, sondern diese Pflanzen erfüllen auch wichtige Funktionen. Die Ringelblume fördert die Wundheilung und vertreibt gleichzeitig Fadenwürmer. Lupinen hingegen lockern den Boden auf. Wenn Sie reichlich Obst ernten möchten, pflanzen Sie Sonnenblumen. Bienen lieben Sonnenblumenblüten und bestäuben ganz nebenbei Ihre Obstbäume.

Der typische Holzzaun

Der traditionelle Bauerngarten wird schon seit seinem Bestehen mit einem schlichten Holzzaun eingegrenzt. Lieben Sie das Traditionelle? Dann fertigen Sie den Holzzaun so wie früher von Hand an. Das ist gar nicht so schwer, wie Sie jetzt vielleicht denken.

Verwenden Sie einfache Holzlatten, die durchaus unregelmäßig sein dürfen. Das verleiht dem Bauerngarten noch mehr Charme. Die Enden werden angekohlt, damit sie der Verwitterung standhalten. Danach werden die Latten in der Erde gut verankert und mit Querstreben verbunden.

Der einfache Holzzaun unterstreicht nicht nur die Natürlichkeit des Bauerngartens, sondern schützt vor unliebsamen Besuchern, wie Rehen oder Hasen, die sich genüsslich bedienen und alles anknabbern würden.

Vergessen Sie bei der Planung nicht auf die Wege, damit Sie zu Ihren einzelnen Kräutern und zum Gemüse gelangen können. Gestalten können Sie die Wege mit Kies, Rindenmulch oder alten Steinen.

Bildquellen / Der Bauergarten:

© congerdesign auf Pixabay (beide Bilder)

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