Wo sind die Bienen geblieben? Die Honigbiene braucht unsere Hilfe!

Eine Honigbiene im Pollenrausch

Ja, soweit ist es inzwischen auch bei uns schon gekommen.

Die Honigbiene braucht unsere Hilfe. Allein, wenn es so weiter geht, wird sie es nicht schaffen, zu überleben.

Oder vielmehr schon.

Ohne uns Menschen ginge es der Honigbiene sehr viel besser. Nur gibt es uns Menschen nun mal.

Und wir, das meint auch ganz praktisch jeder Gartenbesitzer, können etwas tun, der Honigbiene beim Überleben in Gesellschaft des Menschen zu helfen.

Denn Bienen überleben dort, wo sie das ganze Jahr über Nahrung finden.

Die Honigbiene braucht uns - und wir sie

Schließen Sie Ihre Augen und denken Sie sich in Ihre Kindheit zurück. Erinnern Sie sich an einen warmen Sommertag auf einer bunten Wiese? Bei diesem Bild werden Sie auch das Summen von Bienen hören. Doch gibt es heute ein enormes Bienensterben und die fleißigen Tierchen werden immer weniger. Stellt sich die Frage: Wo sind die Bienen geblieben?

Ein wichtiger Grund für das Bienensterben ist, dass die Insekten auf Grund der einseitigen Landwirtschaft, der Verwendung von Pestiziden und die monoton gestalteten Gärten immer weniger Nahrung finden.

Wo sind die Bienen? Sie sterben! Und wenn wir zulassen, dass die Honigbiene verhungert, hat das auch Auswirkungen für uns Menschen. Vor allem Nahrungsmittel, die sehr viele Vitamine enthalten, wie zum Beispiel Himbeeren, Äpfel oder Aprikosen tragen in unseren Breiten und Landen immer seltener üppige Frucht.

Diese Blütenpflanzen brauchen die Bestäubung durch die Bienen oder andere Insekten, um reiche Ernte zu geben. Auch Wildpflanzen und Kräuter, egal ob für den privaten oder landwirtschaftlichen Bereich, sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen.

Helfen Sie den Bienen

BienenweideDurch die Arbeit der Imker ist das Bienensterben gut dokumentiert. Die Bestände der Wildbienen gehen aber leider auch sehr stark zurück. In Deutschland sind bereits einunddreißig Arten der Wildbienen vom Aussterben bedroht und die Hälfte von ihnen in den Roten Listen als gefährdet eingestuft.

Sie als Garten- oder Balkonbesitzer können gegensteuern und die kleinen, fleißigen Bienen retten. Mit der richtigen Auswahl Ihrer Pflanzen bieten Sie den Tieren Nahrung vom Frühling bis in den Herbst.

Ein gepflegter Rasen, perfekt geschnittene Thujen und die beliebten Petunien schauen zwar schön aus, helfen aber nicht den Bienen. Experten empfehlen einen Mix verschiedener Pflanzen und den Anbau von Kräutern.

Je abwechslungsreicher Sie Ihren Garten oder Balkon gestalten, umso mehr Bienenarten finden einen Lebensraum und Nahrung.

Beliebte Pflanzen für Bienen

Vielleicht wollen Sie ja vermehrt Kräuter- und Gemüsepflanzen anbauen. Bei Bienen sind zum Beispiel Thymian, Salbei, Ysop und Küchenlauch besonders beliebt. Und nicht nur die Honigbiene freut sich über Gemüse und Kräuter, sondern auch Sie. Denn Sie haben immer frische Kräuter. Zudem sind Speisen mit frischen Kräutern sind besonders gesund. Und besonders lecker.

Blütengehölze wie Obstbäume, Brombeeren, Himbeeren, Ahorn und Wildrosen sorgen ebenfalls für eine reichliche Nahrungsquelle und locken Bienen in Ihren Garten. Eine wichtige Bienenweide ist auch der im Herbst blühende Efeu.

Worauf Bienen fliegen

Bienen lieben heimische und keine exotischen Pflanzen. Viel Pollen und Nektar bieten einfache und ungefüllte Blüten. Entscheiden Sie sich für eine große Pflanzenvielfalt, so lockt diese auch seltene Wildbienenarten an. Haben Sie nur eine kleine Fläche für die Bepflanzung zur Verfügung, eignen sich Kletterpflanzen sehr gut.

Nahrung für die ganze Gartensaison

Die Insekten benötigen die ganze Gartensaison blühende heimische Pflanzen und Sie können durch die geschickte Auswahl der Pflanzen den Bienen ganzjährig eine gute Nahrungsversorgung bieten.

  • Im Februar und März blühen die Haselnuss, Frühlingskrokus, Schneeheide, Huflattich und die Kornelkirsche.
  • Im April und Mai versorgen die Salweide, die Blüten des Apfelbaumes, der Löwenzahn und die Mohnblume die Bienen mit Nahrung.
  • Viel Bienennahrung gibt es im Juni und Juli durch den Salbei, die Sommerlinde und die Katzenminze.
  • Im August und September werden die Insekten von der Malve, der Kornblume, dem Thymian und der Königskerze ernährt.

Was Sie über einen bienenfreundliche Garten noch wissen sollten:

Verwenden Sie niemals Herbizide und Insektizide.

Exotische Gartenblumen sind dekorativ, bieten den Insekten aber nicht viel.

Verzichten Sie auf chemisch-synthetische Dünger, verwenden Sie Naturdünger wie Brennesseljauche.

Pflanzen Sie nur biologisch produzierte Ware, denn viele im Handel erhältliche Gartenpflanzen sind mit bienenschädlichen Pestiziden belastet.

Kommt Ihnen eine Biene zu nahe, bleiben Sie ruhig. Hektische Bewegungen werden von den Insekten als Bedrohung wahrgenommen.

Sandhaufen, Insektenhotels, Steinhaufen und Totholzbereiche bieten den Wildbienenarten Nistmöglichkeiten.

Last but not least: Kaufen Sie heimischen Honig. Damit unterstützen Sie die Arbeit der Imker und sichern den Honigbienen das Überleben.

Bildquellen:

© Rosel Eckstein  / pixelio.de
© uschi dreiucker  / pixelio.de

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