Was ist eine Kleinkläranlage und was kann sie?

Was ist eine Kleinkläranlage und wie wird sie installiert?

Was ist eine Kleinkläranlage? Vermutlich handelt es sich dabei um eine Alternative zur städtische Abwasserentsorgung. So manchem ist nämlich der Anschluss an die städtische Abwasserentsorgung aufgrund der örtlichen Gegebenheiten schlicht und einfach zu teuer. Und dann stellt sich die Frage: Was genau ist eine Kleinkläranlage? Wie funktioniert sie? Wie viel  kostet sie? Und was muss man noch wissen, wenn man eine eigene Kläranlage installieren will?

Was ist eine Kleinkläranlage?

In einem großen Land wie Deutschland mit seinen weitläufigen Flächen gibt es nach wie vor Gebiete, die schlecht erschlossen sind. Dementsprechend verfügen sie über keinen Anschluss an das öffentliche Kanalnetz.  Und In solchen Fällen ist es möglich, eine abflusslose Grube bzw. eine Kleinkläranlage zu errichten.

Eine Kleinkläranlage funktioniert in drei Stufen. Zunächst einmal werden grobe Schmutzstoffe wie beispielsweise Klopapier oder Fäkalien gefiltert. In der zweiten Stufe trennt die Anlage mit der Hilfe von Mikroorganismen das Abwasser von weiteren Schadstoffen. Im letzten Schritt wird das geklärte Wasser entweder in den Untergrund eingesickert oder in ein Oberflächengewässer abgeleitet.

Die Kleinkläranlagen sind für einen Betrieb von maximal 50 Wohneinheiten ausgelegt. Sie können bis zu 8 m³ Wasser pro Tag aufnehmen und verarbeiten. Selbstverständlich gibt es aber auch kleinere Anlagen, die nur einen einzigen Haushalt versorgen.

Wer muss eine Kleinkläranlage errichten?

Stilles Örtchen - vermutlich mit Sickergrube

Falls keine Möglichkeit besteht, sein eigenes Abwasser in das kommunale Kanalnetz zu leiten, schreibt der Gesetzgeber vor, selbst für eine entsprechende Ableitung zu sorgen. Das kann entweder in Form einer Grube oder mittels einer Kleinkläranlage geschehen.

Betroffen davon sind in vielen Fällen alleinstehende Einzelhäuser, kleine Siedlungen, Berg- und Schutzhütten sowie abgelegene gastronomische Einrichtungen. Wer mit dem Gedanken spielt, ein altes Haus auf Vordermann bringen, sollte sich deshalb auch genau ansehen, wie es um die Abwasserentsorgung bestellt ist.

Die rechtliche Grundlage dazu bieten die europäischen Normen EN 12566-3 und EN 12566-6. Aufgrund der aktuellen Vorgaben im Sinne des Umweltschutzes ist es in den meisten Fällen sinnvoll, statt der Umrüstung der Grube gleich eine eigene kleine Kläranlage zu errichten.

Vorsicht: Kleinkläranlagen sind genehmigungspflichtig

Die Errichtung einer Kleinkläranlage ist in Deutschland genehmigungspflichtig. Genauer formuliert: Der Grundstückseigentümer beziehungsweise der Betreiber der Anlage benötigt dafür eine Erlaubnis nach dem Wasserhaushaltsgesetz. Die entsprechenden Vorgaben sind länderspezifisch geregelt. Deshalb ist es für den Bauherren ratsam, sich vor dem Bau der Anlage mit den folgenden Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien auseinanderzusetzen:

  • EU Wasserrahmenrichtlinie
  • Wasserhaushaltsgesetz
  • Abwasserverordnung
  • Abwasserabgabengesetz

Wichtig ist, dass die Kleinkläranlage eine Zulassung des Deutschen Institutes für Bautechnik hat. Grundsätzlich achten die Verkäufer in Deutschland selbstverständlich darauf, dass die Anlage hierzulande zugelassen ist. Lediglich, wenn die Kläranlage im Ausland gekauft wird, kann dieser Aspekt wichtig werden.

Kostenloses eBook zur Planung

Wer bis hierher gelesen hat, kommt mit großer Wahrscheinlichkeit zu dem Ergebnis, dass die Errichtung einer Kleinkläranlage eine Angelegenheit ist, bei der viele Kleinigkeiten beachtet werden müssen. Unnötige Fehler können hier schnell viel Geld verschlingen.

Wenn Sie eine umfangreiche Erstinformation für Ihre Kleinkläranlage benötigen, bietet das kostenlose eBook von klaeranlagen-vergleich.de eine große Hilfe. Ein entsprechendes Infopaket mit dem Kleinkläranlagen-Ratgeber von Jascha Schmitz und Benjamin Volkmann sowie zusätzlichen hilfreichen Checklisten kann auf der Seite heruntergeladen werden.

In dem eBook werden alle wichtigen Themen behandelt:

  • Grundlagen der Klärtechnik
  • Rechtliche Aspekte
  • Finanzielle Aspekte
  • Technische Details von Kleinkläranlagen

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an praktischen Tipps, die bei der Planung der eigenen Anlage eine große Hilfe darstellen.

Was kostet eine Kläranlage?

Eine wichtige Frage im Zusammenhang mit der Errichtung einer Kleinkläranlage sind die Kosten. Bei kleinen Anlagen für nur einen Haushalt sollte man dafür rund 3.000 bis 3.500 Euro budgetieren. Die Kosten variieren und sind unter anderem abhängig von der Größe der Anlage und den Gegebenheiten vor Ort.

Auch die Kosten für den laufenden Betrieb sind von sehr vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig:

  • Energiekosten
  • Technische Wartung
  • Vorgeschriebene Kontrollen
  • Entsorgung des Klärschlamms

Grundsätzlich lohnt sich die Errichtung einer Kleinkläranlage aber. Denn aufgrund der geringeren Kosten im Vergleich zu den Gebühren für das öffentliche Netz amortisieren sich Kleinkläranlagen in der Regel nach etwa acht bis zehn Jahren.

Gibt es Förderungen für den Bau einer Kleinkläranlage?

Ob die Anlage gefördert wird, ist abhängig vom jeweiligen Wohnort. In manchen Bundesländern wird die Errichtung einer Kläranlage gefördert. Ob das auch im eigenen Bundesland der Fall ist, kann beim zuständigen Umweltamt in Erfahrung gebracht werden.

Bildquellen:

© 2211438 auf Pixabay / Kleinkläranlage auf Youtube

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