Das Gewächshaus optimal nutzen

Das Gewächshaus optimal nutzen

Das eigene Gewächshaus optimal nutzen ist manchmal leichter gesagt als getan.

Klar - ein eigenes Gewächshaus ist in Bezug auf die Kultivierbarkeit das Nonplusultra im eigenen Garten.

Nirgendwo sonst gedeihen die Pflanzen so gut wie hier und nirgendwo sonst sind die Pflanzen so gut vor Wind und Wetter geschützt.

Mit einem Gewächshaus lässt sich sogar der Natur ein kleines Schnippchen schlagen.

Denn nun können Sie fast beliebige Klimabedingungen simulieren und das Potential an anbaufähigen Pflanzen erheblich erweitern.

Bereits der römische Schriftsteller Lucius Iunius Moderatus Columella pries das Prinzip von Gewächshäusern. Er stellte in seinem Werk „De re rustica“ die Vorzüge von Glasscheiben vor. Man legt sie über die Pflanzen, um ihnen bessere Wachstumsbedingungen zu ermöglichen.

Maßgeschneiderte Wachstumsbedingungen für jede Klimazone

Ein Gewächshaus verspricht den Pflanzen einen Witterungsschutz und kann in Bezug auf das Binnenklima Bedingungen anderer Klimazonen simulieren. Mit einer Gewächshausheizung, Klimareglern, Bewässerungsanlagen, Energieschirmen, Beleuchtungsanlagen, Insektennetzen, Verdunkelungsanlagen, Düngungsanlagen und anderen technischen Hilfsmitteln erhalten die Pflanzen die idealen Bedingungen, die sie zum Wachstum brauchen.

Während Gewächshäuser oft im Sinne eines Treibhauses für tropische und subtropische Pflanzen verwendet werden, können sie auch Bedingungen in anderen Klimazonen simulieren. Deswegen werden Gewächshäuser strenggenommen in Kalthäuser, temperierte Häuser und Warmhäuser unterschieden.

Ein Gewächshaus optimal nutzen

Das Gewächshaus Überdies gewähren Gewächshäuser kälteempfindlichen Pflanzen die Möglichkeit zu überwintern. Das Gärtnern ist auch bei schlechtem Wetter keine Herausforderung mehr. Durch die optimalen Reifebedingungen ist die Aussaat früher möglich, während die Erntezeiten länger werden.

Auch sind in einem Gewächshaus mehrere Ernten in einem Jahr möglich. In einem Gewächshaus können Schnecken und Ungeziefer besser vom Obst und Gemüse ferngehalten werden.

Aber Vorsicht! Sind sie einmal im Gewächshaus, verbreiten sie sich umso schneller.

Durch die laborartigen Bedingungen sind Treibhäuser zudem beliebte Orte für botanische Forschungen und Züchtungen. Dies schließt selbstverständlich leidenschaftliche Hobbygärtner nicht aus.

Gewächshaus optimal nutzen für Tropenfrüchte und Tropengemüse

Gewächshäuser gibt es in unterschiedlichen Größen und mit unterschiedlichen Funktionen. Somit sind kleinere Investitionen für den Einstieg ebenso möglich wie größere Investitionen für hochprofessionelle Anlagen für die intensive Aufzucht vielfältiger Pflanzen, Gemüsesorten und Obstbäume.

Im Zeitalter des Barocks waren zum Beispiel Orangerien der letzte Schrei, und selbstverständlich haben auch Gärtner heutzutage mit Gewächshäusern die Möglichkeit, tropische Früchte aufzuziehen.

So kann jeder mit einem passenden Gewächshaus mit Zitrusfrüchten wie Orangen, Zitronen, Kiwis, Guaven, Mangos, Avocados, Chirimoyas, Cedrats, Durians, Feigen und Pomeranzen renommieren und zu seinem ganz besonderen Geschmackserlebnis finden.

Da hinken auch exotische Gemüse- und Gewürzsorten wie Tomaten, Basilikum, Paprika, Chili, Aronia, Gurken, Auberginen, Brédes, Bohnen, Taro, Ingwer, Maniok und Peperoni nicht hinterher. Zudem sind für viele Tee- und Heilpflanzen Gewächshäuser besser geeignet, als wenn diese der freien Natur ausgesetzt werden. Dies gilt insbesondere für solche, deren Herkunft in anderen Klimazonen liegt.

Welches Gewächshaus darf es sein?

Um ein Gewächshaus optimal nutzen zu können, gibt es aber diverse Varianten. Denn nicht jeder will den vollen Aufwand treiben. Ein voll ausgestattetes Gewächshaus ist ein anspruchsvolles Projekt und kann auch leicht ganz schön ins Geld gehen.

Grob unterschieden gibt es folgende Arten von Gewächshäusern: Freistehende Häuser mit Satteldach, Anlehngewächshäuser und Foliengewächshäuser. Bei den beiden erstgenannten Gewächshäusern wird nicht mit Folien, sondern mit Glas gearbeitet.

Foliengewächshäuser

Foliengewächshäuser sind die kostengünstigste Variante und für Einsteiger gut geeignet. Diese ersparen sich mit einem Foliengewächshaus ein festes Fundament. Sind die Folien verbraucht, lassen diese sich relativ einfach austauschen. Auch An- und Ausbauten gestalten sich recht unproblematisch.

Die Leistungsfähigkeit hinkt gegenüber Gewächshäusern aus Glas allerdings hinterher. Auch sollte für eine Belüftungslösung gesorgt werden, um einem Pilzbefall vorzubeugen, der bei einer hohen Luftfeuchtigkeit droht.

Zudem nutzen sich die Folien relativ schnell ab, was Probleme im Hinblick auf den Schutz vor UV-Strahlen mit sich bringt. Um eventuelle Schäden durch Wind und gar Stürme zu verhindern sollten Sie zudem ein Gerüst verankern.

Freistehende Häuser mit Satteldach

Freistehende Gewächshäuser aus Glas mit einem Satteldach sind hingegen am ambitioniertesten und damit auch am kostspieligsten. Mit einem Fertigbausatz lassen sich die Kosten eindämmen. Wer sein Gewächshaus aus alten Fenstern selbst baut und genau überlegt, was er wirklich haben will, spart natürlich noch mehr.

In einem solchen Treibhaus lassen sich laborartige Bedingungen am effizientesten realisieren, sodass auch mit allerlei technischen Hilfsmitteln zur Erzeugung des idealen Binnenklimas gearbeitet werden kann, ohne dass es bei den starken Wänden zu Verlusten kommt. Zudem lässt sich in ihnen komfortabel und in aufrechter Stellung arbeiten und sie sind vielseitig bestückbar. Sie benötigen allerdings ein festes Fundament.

Anlehngewächshäuser

Die Alternative sind Anlehngewächshäuser, mit denen sich durch die Ausnutzung der Isolations- und Wärmestrahlung der Hauswand diverse Energieeinsparungseffekte erzielen lassen. Die Hauswand stellt einen guten Wärmespeicher dar und die Infrastruktur des Gartenhauses mit Strom und Wasser sollte sich in der Nähe befinden. Durch das Zusammenwirken mit dem Gartenhaus sind Anlehngewächshäuser allerdings in der Höhe limitiert.

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